WISSEN und WEISHEIT

„Wir brauchen nicht mehr Wissen, sondern mehr Weisheit. Weisheit kommt von unserer eigenen Aufmerksamkeit.“

(Siddhartha Gautama [Buddha])

Unsere Aufmerksamkeit können wir durch Meditation schulen.
Hast Du heute schon meditiert?
Wenn Du keine Zeit hast, meditiere gleich jetzt über „keine Zeit haben“.

Wer hat keine Zeit?

Was ist Zeit?

Gibt es Zeit im JETZT?


 

FRIEDEN und ACHTSAMKEIT

 

Von Thich Nhat Hanh stammt folgendes Zitat (aus „Versöhnung beginnt im Herzen – Einander zuhören – Feindschaft überwinden“ (2005) Herder-Verlag):

„Wer keinen Frieden in sich selbst gefunden hat,
kann nicht zum Friedenswerkzeug werden.“

Dies zeigt deutlich, wie wichtig es ist, uns zunächst offen und vorurteilsfrei dem zuzuwenden, was in uns geschieht.
Die eigenen Gefühle und Gedanken ACHTSAM wahr- und liebevoll anzunehmen und sich mit ihnen zu versöhnen.
Erst wenn ich mein Herz wirklich spüre und für mich selbst öffne, kann ich es auch für andere öffnen.
So kann sich wahres Mitgefühl entwickeln und Feindschaft überwunden werden.

Und so bewahrheitet sich für mich wieder einmal das berühmte Zitat von Mahatma Gandhi:

„Sei Du selbst die Veränderung,
die Du Dir wünschst für diese Welt.“


Politische Dimension des Taijiquan

(… und für Taijiquan könnten hier natürlich viele andere Künste stehen, in denen es um Achtsamkeit und Gewaltlosigkeit geht.)

Wenn wir Taijiquan üben und dann das Dojo, unseren „Übungsraum“ verlassen, verändern wir uns dann? Was geschieht mit den Dingen, die wir beim Taijiquan tun, wenn wir gerade nicht Taijiquan praktizieren? Dinge wie Entspannung, Achtsamkeit, Zentrierung, Gleichgewicht, Verwurzelung, Sinken, Ableiten, Loslassen, Folgen u.v.a.m.

Wissen wir nicht aus Erfahrung, dass wir im Push Hands durch Anwendung bestimmter Techniken kaum Erfolg haben werden? Es kommt doch darauf an, die o.g. Taiji-Prinzipien so sehr zu verinnerlichen, dass sie natürlich, ohne Anstrengung und ohne dass wir etwas hinzu tun, spontan durch uns wirken. Und wenn dem so ist, könnten wir derart verinnerlichte Prinzipien dann überhaupt noch abstreifen? Ja, wollten wir das überhaupt noch? Die Prinzipien wirken im Alltag fort, im „gesellschaftlichen Raum“. Und sollten wir die Prinzipien noch nicht so tief verinnerlicht haben, dass sie von alleine wirken, dann werden wir uns wahrscheinlich bemühen, sie auch im Alltag bewußt zu kultivieren, wohl wissend, dass die uns zur Verfügung stehende reine „Taijiquan-Übungszeit“ äußerst limitiert ist.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass wir die Taiji-Prinzipien im Alltag, in der Gesellschaft, im „öffentlichen Raum“ anwenden – entweder sie wirken ohne unser Zutun, da sie schon sehr weit verinnerlicht sind, oder wir üben uns bewusst in ihrer Anwendung. Und im alltäglichen Leben entfalten sie somit ihre unterschiedlichen Wirkungen, u.a. auch ihre Gesundheitswirkung.

Aber wir wirken Taiji-Prinzipien bei der Arbeit, in Konflikten, beim Einkaufen, bei der Erziehung, in der Partnerschaft, beim Autofahren, im Umgang mit unserer Umwelt? Sind wir auch dabei achtsam und entspannt? Verzichten wir auf Muskelkraft und rohe Gewalt? Wissen wir, wer wir sind und was wir wollen? Stehen und handeln wir verwurzelt, zentriert und aufgerichtet aus unserer Mitte? Können wir Kräfte aufnehmen und neutralisierend in den Boden leiten? Kommunizieren wir gewaltfrei?

Welchen Einfluß hätte diese alltägliche Anwendung der Prinzipien auf eine Gesellschaft, wenn eine kritische Masse an derart Handelnden erreicht ist? Kann man unter diesen Gesichtspunkten dem Taijiquan (und anderen Künsten in diesem Sinne) eine politische Dimension absprechen? Diese Fragen sollen hier bewusst offen gelassen werden. Jeder möge selbst Antworten darauf finden. Und vielleicht kommt so ja ein Prozess ins Rollen, der die politische Dimension des Taijiquan deutlicher macht.

Beeinflussung der Unternehmenskultur

 in Richtung ethisch orientiertes Handeln durch Achtsamkeitspraxis

Ganz im Sinne der Forderung von Jon Kabat-Zinn (MSBR),  dass „die Achtsamkeit in einem ethischen Boden des Nichtverletzens und der Selbstlosigkeit verwurzelt sein muss“, deuten Studien (In the Moment: The Effect of Mindfulness on Ethical Decision Making / http://opim.wharton.upenn.edu/risk/library/WPAF2010-07-02_NR,MS.pdf) darauf hin, dass Menschen mit hoher Achtsamkeit mit einer größeren Wahrscheinlichkeit ethischer handeln, als andere. Andreas Tietze beschäftigte sich 2009 in seiner Dissertation mit dem Thema „Management der Achtsamkeit – Ethische Kompetenz von Führungskräften in der Sozialwirtschaft“ (https://d-nb.info/1034147056/34, siehe insb. Kapitel 8-11 (S. 101-174). Aus dem Buch „Achtsamkeit im Job“ stammt folgendes Zitat aus einem Interview von Sabine Fries und Gerlinde Albrecht mit Andreas Mohr und Peter Bostelmann von SAP (SAP Global Mindfulness Practice) über die Erfolge des Achtsamkeits-Trainingsprogramms: „Wir beobachten ein großes Interesse vieler Mitarbeiter; die Summe deren Haltungen und Handlungen führt dadurch zur Veränderung der Unternehmenskultur.“


 

Die Sinn-Frage im Job

Im Zuge des Kulturwandels in der Arbeitswelt taucht endlich auch vermehrt die Sinn-Frage auf. Alle Menschen sollten eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn ihres Lebens suchen, und dann abgleichen, wie sie diesen Sinn in ihrem aktuellen Job erfüllen können (immerhin verbringen wir einen Großteil unseres Lebens mit unserem Job). Es erfordert allerdings ein gehöriges Maß an Selbsterforschung und Selbsterkenntnis um eine tiefgehende Antwort finden zu können. Insbesondere hilft uns dabei das Denken nicht weiter. Wir sollten das Großhirn eher wie ein Sinnesorgan, wie z.B. das Ohr, betrachten (das hilft bei der Deidentifikation mit den Gedanken) und dann erforschen, was uns eigentlich jenseits von unseren Sinnen (also auch dem Denken) und unserem Körper noch so alles ausmacht. Hier kommt die Spirituelle Intelligenz (SQ) ins Spiel, die neben der kognitiven, der emotionalen und der sozialen Intelligenz einen wichtigen Baustein im System der multiplen Intelligenzen darstellt und nun hoffentlich zunehmend in den Blickpunkt gerät.

Artikel dazu: Sinnkrisen und spirituelle Intelligenz

Meta-Aufmerksamkeit

Was ist Meta-Aufmerksamkeit?
  • Meta-Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeit, also die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit selbst aufmerksam zu betrachten.
  • Meta-Aufmerksamkeit ist also die Fähigkeit zu bemerken, wenn die eigene Aufmerksamkeit wandert.
  • Beispiel: Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf eine Tätigkeit richten, dann aber irgendwie mit den Gedanken abschweifen, macht es irgendwann „klick“ in unserem Kopf und wir bemerken, dass wir uns mit unserer Aufmerksamkeit von der Tätigkeit entfernt haben.
Warum ist Meta-Aufmerksamkeit wichtig?
  • Meta-Aufmerksamkeit ist das Geheimnis der Konzentration.
  • Eine starke Meta-Aufmerksamkeit ermöglicht es uns,  abschweifende Gedanken schnell und frühzeitig zu erkennen und häufiger zu korrigieren.
  • Durch schnelles und häufiges Zurückkehren zur ursprünglichen Aufmerksamkeit, entsteht der Eindruck ununterbrochener Aufmerksamkeit, Konzentration.

Meta-Aufmerksamkeit wird durch Achtsamkeitstraining verbessert!

Die Lücke und der Autopilot

„Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum.
In diesem Raum hat der Mensch die Freiheit und die Fähigkeit, seine Reaktion zu wählen.
In diesen Entscheidungen liegen unser Wachstum und unser Glück.“

(Viktor Frankl, österreichischer Neurologe und Psychiater)

Wie können wir diese Lücke zwischen Reiz . . . u n d . . . Reaktion wahrnehmen und ausdehnen?

Wir können es so versuchen:

Tief in den Bauch atmen, den Autopiloten wahrnehmen, der gerade dabei ist, das Kommando zu übernehmen.
Weiter tief und langsam in den Bauch atmen, unseren Körper spüren, unser Herz fühlen, das Kopfkino beobachten und uns folgende Fragen stellen:

  • „Wer steuert diesen Autopiloten?“
  • „Von wem hat er diese automatisierten Reaktionen gelernt?“
  • „Welche Rolle spiele ich eigentlich dabei?“
  • „Da ich offensichtlich nicht der Autopilot bin, wer bin ich dann?“

Viel Spaß beim Forschen!

Wahrheiten

In unserer Kultur gibt es unendlich viele relative Wahrheiten, aber absolute Wahrheiten sind so gut wie unbekannt. Und wir haben so gut wie keine Bewusstheit darüber, dass absolute Wahrheiten in unserer Kultur weitgehend unbekannt sind. Dies ist ein schwerwiegendes Problem für unsere westliche Kultur, geradezu eine historische Katastrophe.

Absolute Wahrheiten lassen sich durch Meditation  (horizontale Bewusstseinsentwicklung; Aufwachen) in den Bewusstseinszuständen Turiya (Zeugenbewusstsein) und Turiyatita (Nonduales Bewusstsein) erfahren.

(vgl. den Artikel Meditation und Bewusstseinszustände)

Literatur:

Ken Wilber: The Religion of Tomorrow – A Vision for the Future of the Great Traditions—More Inclusive, More Comprehensive, More Complete (2017) Shambala Publications.

 

Die unendliche Wirklichkeit ist in mir

„Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“

(Kolosser 1,27)

Bei der Achtsamkeitspraxis geht es um achtsames Handeln im Dienste der Weisheit und des Mitgefühls für andere und die Welt, von der wir nicht getrennt sind. Dies ergibt sich aus einem allumfassenden und einschließenden nichtdualen Verständnis der Wirklichkeit. Der Zen-Meister Pater Johannes Kopp sagt: „Die unendliche Wirklichkeit ist in mir.“ Sein Lehrer, Zen-Meisters Yamada Kôun Roshi: „You must realize that Jesus Christ is in you.“ („Du musst erkennen, dass Jesus Christus in dir ist.“) Auf das „in“ kommt es an, unterstreicht Johannes Kopp. „Die Überwindung des dualistischen Denkens ist in unserer Zeit eine Frage um Sein oder Nichtsein. Sie verbindet alle Menschen in der Erkenntnis und Erfahrung der Einheit, die jede Fremdheit auflöst und in einem neuen Bewusstsein Motiv werden muss, zu verantwortlichem Leben in Zuversicht.“

So können Sie das Klima schützen

  • Wechseln Sie zu echtem Ökostrom
  • Wohnen Sie klimabewusster
  • Senken Sie im Winter die Raumtemperatur um 1°C ab
  • Essen Sie weniger Fleisch
  • Schmeißen Sie weniger weg
  • Lassen Sie das neueste Smartphone aus
  • Gehen Sie weniger Kleidung shoppen
  • Legen Sie Ihr Geld grüner an
  • Versichern Sie sich nachhaltiger
  • Reisen Sie umweltfreundlicher
  • Verzichten Sie auf Flugreisen
  • Teilen Sie Verkehrsmittel mit anderen
  • Feiern Sie grüner
  • Treiben Sie bewusster Sport
  • Gehen Sie häufiger wandern
  • Grillen Sie seltener
  • Kaufen Sie generell weniger

siehe auf ZEIT-online

Dr. Peter Wolfrum